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Ein Supergeschenk zum 50.

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VON REGINA RETZLAF, 13.09.2011
 
Die Querfurter Musikschule wurde 1961 gegründet. Dank des Konjunkturpaketes zieht sie nun ins neue Domizil auf der Burg.

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Kaum wiederzuerkennen ist das Pächterhaus heute. Hinter diesen Mauern lernen jetzt die Musikschüler. (FOTO: WÖLK)
 
QUERFURT/MZ. Die Querfurter Region gilt von jeher als sehr gesellig und auch als musisch. "In den Häusern der Ärzte, Lehrer und des bäuerlichen und handwerklichen Mittelstandes stand früher meist ein Klavier", weiß Johanna Zanke, die Leiterin der Außenstelle Querfurt der Kreismusikschule, zu berichten, wenn man sie nach der Geschichte der Schule befragt.

Es gab in der Gegend also besten Nährboden für eine musikalische Ausbildungsstätte - eine Musikschule. Folgerichtig war, so Zanke, dass 1947 die Mehlssche Stadtpfeiffe in eine städtische Musikschule umgewandelt wurde. Ab 1952 war Querfurt dann Außenstelle der Volksmusikschule Merseburg.

Erst 1961 wurde sie unter Leitung von Willy Lautenschläger schließlich eine eigenständische Einrichtung, deren Gründung sich nun zum 50. Mal jährt. Willy Lautenschläger war ein engagierter Mann, der sich um die Musikausbildung und die Förderung unzähliger Talente verdient gemacht hat. Durch die Schaffung von Nebenstellen ermöglichte er auch Dorfkindern, ein Instrument zu lernen.

In drei Räumen des "Goldenen Stern", die im Winter kaum geheizt wurden, fand der Unterricht mit zehn Lehrern und 200 Schülern vor 50 Jahren statt. Dazu gingen die Lehrer in Schulgebäude zum Unterrichten. "Der Unterricht damals war klassisch und geigenlastig", schmunzelt Zanke, die zur Wende zu denen gehörte, die forderten "Stasigebäude für Musikschulleute". Ruck, zuck habe man einfach das Gebäude besetzt und hatte so den neuen Musikschulsitz erobert. "Trotz einiger Unklarheiten gingen wir enthusiastisch an die Sache heran. Für notwendige Umbau- und Sanierungsarbeiten wurden Fördermittelanträge gestellt und bewilligt", erinnert sich Johanna Zanke, die seit 1993 die Außenstelle leitet. Die Kreisverwaltung übernahm das Gebäude, was ein Glücksfall gewesen sei. Die Mitarbeiter des Bauamtes kämpften und engagierten sich für die Einrichtung, die immer weiter wuchs. Es wurde saniert und gebaut, so dass ein kleiner Musentempel entstand. Aus den anfangs 200 Schülern wurden immer mehr. Auch die Angebote gehen inzwischen weit über das Erlernen von Instrumenten hinaus. "Und obwohl die Ausbildung im Vergleich zu DDR-Zeiten einfach mal viel teurer wurde, kamen immer mehr Schüler zu uns", erinnert sich Frau Zanke.

Klassische Musik wird unterrichtet ebenso aber auch Rock und Pop. Es gibt musikalische Früherziehung, Behindertenausbildung, Tanz, Malen und Zeichnen. Besonders gerne wird in Ensembles musiziert. "Einmalig weit und breit ist, dass sich 33 Ärzte und Familien engagieren, Patenschaften übernommen haben und mit jeweils 120 Euro im Jahr die Ausbildung eines behinderten Menschen finanzieren", ist Johanna Zanke stolz. Und sie freut sich, dass es daneben einen weiteren umfangreichen Sponsorenpool gibt, mit dessen Hilfe so manches wertvolle Instrument angeschafft werden konnte.

Heute unterrichten sieben hauptamtliche und 26 Honorarlehrer die rund 700 Schüler, die nun Dank des Konjunkturpaketes mit dem neuen Domizil auf der Burg ein Supergeschenk zum 50. Schulgeburtstag bekommen. Zur Eröffnungsfeier am Samstag sind alle interessierten Menschen eingeladen. "Besonders freuen würden wir uns, wenn recht viele Ehemalige kommen würden", so Zanke, die auch fast 150 Mitglieder des Fördervereins an ihrer Seite weiß.

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