Musikalische Ausbildung mit Herz

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VON DIRK SKRZYPCZAK, 11.02.2014
 
 
Der Förderverein "Freunde der Musik Querfurt" hilft Eltern, die den Unterricht für ihre Kinder an der Musikschule nicht bezahlen können. Er kauft Instrumente oder zahlt den Jahresbeitrag.

Erfahrene Musikpädagogen übernehmen die musikalische Früherziehung im Kinderhaus Vitzenburg - finanziert durch den Förderverein.   QUERFURT/MZ. "Die musikalische Ausbildung darf nicht am Geldbeutel der Eltern scheitern", sagt Johanna Zanke. Seit Jahren kümmert sie sich mit dem Förderverein "Freunde der Musik Querfurt" um Kinder aus sozial schwachen Familien. Der Verein kauft Instrumente oder zahlt den Jahresbeitrag, damit die Mädchen und Jungen an der Musikschule in Querfurt unterrichtet werden können.
Erfahrene Musikpädagogen übernehmen die musikalische Früherziehung im Kinderhaus Vitzenburg - finanziert durch den Förderverein. (BILD: PETER WÖLK)
 

18 Kindern hat der Verein in diesem Jahr so geholfen - auch Dank einer Spende von 2 000 Euro, die die Freunde der Musik über den MZ-Verein "Wir helfen" erhalten haben. Darunter sind Schüler wie Lilly Marie und ihre Schwester Lea Theres aus Farnstädt. Ihre Mutter ist schwer erkrankt, der Vater bezieht Hartz-IV. "Wir haben noch zwei weitere Kinder. Bei uns sitzt das Geld nicht locker. Ohne die Unterstützung des Vereins hätten wir unsere Kinder abmelden müssen", sagt der Vater. Die 144 Euro Jahresbeitrag pro Kind könne die Familie aus eigener Tasche nicht mehr zahlen. Und so sprang der Förderverein den Eltern zur Seite. "Für die Kinder bedeutet die Musik ein Stück Lebensqualität. Und die sollen sie auch behalten", sagt die engagierte Vorsitzende.

181 Mitglieder ist der Förderverein mittlerweile stark, der 1997 gegründet wurde. Sponsoren zu finden, bezeichnet Johanna Zanke als täglichen Kampf, der immer schwieriger werde. Wie viele der 700 Musikschüler an der Querfurter Einrichtung bedürftig sind, kann sie nicht sagen. "Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich aber nicht gebessert. Und wir wollen verhindern, dass der Musikunterricht zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft wird."

Dem Verein ist es mittlerweile gelungen, 30 Familien aus Querfurt und Umgebung zu gewinnen, die die Patenschaft für ein fremdes Kind übernehmen. Nicht nur Schüler aus ärmeren Verhältnissen soll auf diesem Weg die Tür zum Musikschulunterricht geöffnet werden. Auch behinderte Kinder profitieren.

Gleichzeitig engagiert sich der Förderverein im Kinderhaus Vitzenburg und zahlt dort das Honorar für erfahrene Musikpädagogen, damit sie die musikalische Früherziehung der Heimkinder übernehmen. "Musik tut gut und stärkt das Selbstbewusstsein", sagt Johanna Zanke.

Lilly Marie, das Mädchen aus Farnstädt, ist das beste Beispiel dafür. Sie sei durch ihr Trompetenspiel jedenfalls aufgeweckter und mutiger geworden.
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