Feinschliff fürs Gruseln

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VON SUSANN SALZMANN, 03.11.2013
 
 
55 Akteure bereiten das diesjährige Weihnachtsmärchen „Geisterstunde auf Burg Querfurt“ vor. In dem 30-minütigen Stück wird musiziert und getanzt. Der jüngste Teilnehmer ist gerade mal drei Jahre alt.

Gitarrist Lukas Krug und Schlagzeuger Josef Grünhage von der Märchen-Band   QUERFURT/MZ. Selten kommt es in der Querfurter Musikschule vor, dass dort so ein Gewusel herrscht wie am Wochenende. Es geht an die Vorbereitungen, den Feinschliff für einen der Höhepunkte für Schüler, Lehrer und auch die Gäste - das Weihnachtsmärchen „Geisterstunde auf Burg Querfurt“.
Gitarrist Lukas Krug und Schlagzeuger Josef Grünhage von der Märchen-Band (BILD: SUSANN SALZMANN)
 

„Das Original stammt von Peter Schindler“, erzählt Katrin Gebler, Klavierlehrerin an der Schule und Mit-Organisatorin. Sie hatte die Idee, den eigentlichen Titel „Geisterstunde auf Schloss Eulenstein“ auf Burg Querfurt umzumünzen. Denn die hiesige Kulisse eigne sich dafür hervorragend, findet Gebler.

55 Akteure im Alter von drei bis 18 Jahren sind an dem etwa halbstündigen Stück beteiligt. Gebler zeigt sich zufrieden, wenngleich die Zahl der Beteiligten höher sein könnte. „Sonst hatten wir im Kinderchor immer 30 Kinder, aktuell sind es 20“, erzählt die Organisatorin, bei der letztlich alle Fäden zusammenlaufen.

Die Aufführung im Dezember sei daher auch bedeutsam für die Nachwuchsgewinnung. Umso wichtiger, dass dabei jeder Ton und jeder Handgriff sitzen. An Spaß mangelt es in den Gruppen jedenfalls nicht, wenngleich die Eleven mit Konzentration bei der Sache sind. Der Kinderchor verlässt für seine Übungen sogar kurzerhand den Konzertsaal – mit dabei Schaufeln und Besen. Keine gewöhnlichen, sondern Hexenbesen. Hin und her bewegen sie die Kehrgeräte, den vermeintlichen Schmutz in die Schaufel kehren. Ja, das macht Spaß, lächelt die achtjährige Lisa aus Querfurt. Ihr Lieblingsmoment der Aufführung sei das Singen des Zauberliedes. „Abracadabra und Simsalabim, drei Zehen Knoblauch und eine Septim“, heißt es darin.

Lisa lernt in der Musikschule das Flötenspiel und macht in diesem Jahr zum ersten Mal bei der Aufführung mit. Dabei hat sie schon neue Freundschaften geschlossen. Anstrengend? Nicht wirklich, schüttelt sie den Kopf.

Mit seinen 17 Jahren gehört Sebastian Teige dahingegen schon zu den erfahrenen „Hasen“. Seit zwölf Jahren spiele er Klavier als Hauptinstrument. Dieses Können ist bei der weihnachtlichen Aufführung gefragt. Als eines von insgesamt sechs Mitgliedern der eigens für das Stück zusammengestellten Märchen-Band musiziere er die meiste Zeit über. Seine Lieder habe er vorbildlich bereits in den Sommerferien einstudiert. Zusammen mit der Gruppe arbeiten sie unter Leitung von Andreas Käss am Feinschliff.

Im März/April hatte Gebler mit ihren Kollegen bereits eine Liedauswahl getroffen und schätzt insbesondere die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten beim Thema „Gruseln“. „So etwas lebt natürlich auch vom Tanz“, erklärt die Lehrkraft und führt in den Konzertsaal im Erdgeschoss, der zum Turnraum umfunktioniert wurde. Die Jüngsten hören hier auf die Hinweise von Tanzlehrerin Bianca Müller. „Setzt euch ganz gerade in den Schneidersitz“, fordert sie die Kinder auf. Das sei ganz wichtig, um im Stück dann die Flaschengeister darzustellen. Apropos Geister: Ein Gerippe, das in weiß-schwarze Tücher eingehüllt ist, steht daneben, ist Kindern und Lehrkraft Motivation und Ansporn, damit sich die Besucher Anfang Dezember richtig gruseln. Anja Becker-Geipel, studierte Kostümgestalterin mit eigenem Atelier auf der Burg, ist der kreative Kopf in Sachen Kostüme. Aber die werden nur teilweise selbst kreiert, so Gebler.
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