Richtkranz auf Pächterhaus

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VON ELKE JÄGER, 26.10.2010
 
 
Der Umbau der künftigen Musikschule auf der Burg Querfurt geht voran. Landkreis investiert drei Millionen Euro in das denkmalgeschützte Gebäude.

Das ehemalige Pächterwohnhaus auf der Burganlage Querfurt wird zur neuen Musikschule für die Region umgebaut.   QUERFURT/MZ. Das Jugendblasorchester der Musikschule Querfurt gab am Dienstagvormittag auf der Burg schon mal einen Vorgeschmack auf die Nutzung des ehemaligen Pächterwohnhauses gleich neben dem Eingangstor. Dort erhält die Musik ein festes Domizil: In rund elf Monaten soll Leben in das Haus ziehen. Dann wird hier beinahe täglich gesungen, musiziert, getanzt und Theorie gebüffelt.
Das ehemalige Pächterwohnhaus auf der Burganlage Querfurt wird zur neuen Musikschule für die Region umgebaut. (FOTO: PETER WÖLK)
 

Das neue Schuljahr 2011 soll für die rund 600 Musikschüler aus dem Raum Querfurt und ihre Lehrer in neuen Räumlichkeiten beginnen. Mit dem Umbau ging es im Mai los, Dienstag signalisierten die bunten Bänder der am Dachfirst angebrachten Richtkrone: Es geht gut voran. Freilich sieht alles noch sehr nach Baustelle aus. An den Hauswänden stehen Gerüste, die Fenster sind alt und verwittert, an der Fassade ist der Putz abgeklopft. Doch im Dachbereich dominiert das frische Holz und die Konturen sind klar erkennbar. Vom planmäßigen Fortgang der Arbeiten überzeugten sich auch zahlreiche Gäste, eingeladene sowie zufällige Besucher.

Vom oberen Gerüst her waltete der Chef der Zimmererfirma Pfeiffer GmbH aus Berlstedt in Thüringen seines Amtes. Hendrik Pfeiffer sprach den Richt- und Segensspruch, trank auf das Gelingen des Baus und warf dann das geleerte Glas gegen die Wand: "Scherben bringen Glück." Johanna Zanke, Leiterin der Querfurter Außenstelle der Kreismusikschule, musste die Muskeln spielen lassen. Sie schlug symbolisch den letzten Nagel in den Dachstuhl.

Rund drei Millionen Euro investiert der Landkreis als Hausherr der Burganlage in den Umbau, erklärte Landrat Frank Bannert (CDU). Mehr als die Hälfte der Summe, 1,6 Millionen Euro, sind Eigenmittel, der andere Teil kommt aus dem Konjunkturpaket II. Er halte es für die beste Lösung, "das alte Gemäuer mit jungen Menschen wieder zum Leben zu erwecken."

Das Gebäude in der insgesamt unter Denkmalschutz stehenden Anlage hatte seit fast 20 Jahren leer gestanden. Nun entstehen modern ausgestattete Räume, in denen Kinder und Erwachsene lernen, wie man Violine, Flöte, Trompete oder dem Klavier die richtigen Töne entlockt. Geplant sind außerdem ein Konzertsaal für rund 140 Besucher und ein Raum speziell für moderne Musik. Insgesamt hat das Haus eine Fläche von 690 Quadratmetern.

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