Vorschlaghammer im Einsatz

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VON REGINA RETZLAF, 06.08.2010
 
 
Die Sanierung des alten Pächterhauses auf der Burg Querfurt geht gut voran. Ende 2011 soll hier die Außenstelle der Kreismusikschule einziehen.

Im kleineren der beiden Konzertsäle wird die vorhandene Stuckdecke erhalten. Antje Bauer, die Architektin des Landkreises, und Bauamtsmitarbeiter Wolfhard Hlady schauen regelmäßig auf der Baustelle nach dem Rechten.   QUERFURT/MZ. Die Zieh- und Schiebetechnik einiger Fenster im kleinen Erkerzimmer des Pächterhauses auf der Burg Querfurt ist um die 120 Jahre alt. "Wir werden diese Fenster aufarbeiten lassen", sagt Antje Bauer, die Architektin des Landkreises, die regelmäßig auf der Burg vorbeischaut, um den Fortgang der Sanierungsarbeiten am ehemaligen Pächterhaus (Gesundheitsamt) zu überwachen. An ihrer Seite ist dann meistens auch Wolfhard Hlady, der im Bauamt der Kreisverwaltung zuständig zeichnet für die Burg.
Im kleineren der beiden Konzertsäle wird die vorhandene Stuckdecke erhalten. Antje Bauer, die Architektin des Landkreises, und Bauamtsmitarbeiter Wolfhard Hlady schauen regelmäßig auf der Baustelle nach dem Rechten. (FOTO: PETER WÖLK)
 

"Ich freue mich darauf, dass noch in diesem Jahr auch das letzte Gebäude der Burganlage frisch eingedeckt ist", sagt Bauexperte Hlady. In den nächsten Tagen wird das Gerüst gestellt, so dass Fassade und Dach des Hauses, das Ende 2011 zum neuen Domizil der Querfurter Außenstelle der Kreismusikschule werden wird, in Angriff genommen werden können. Insgesamt wird die Sanierung drei Millionen Euro kosten. 1,3 Millionen davon sind Fördermittel aus dem Konjunkturpaket.

In den letzten Wochen waren die Fundamente freigeschachtet worden, damit das Mauerwerk trocken gelegt werden kann. Und auch im Inneren des teilweise mehr als 250 Jahre alten Bauwerkes geht es hoch her. "Wir entkernen jetzt, ohne statische Eingriffe vorzunehmen", erklärt Antje Bauer. Im Erdgeschoss stehen die rohen Wände. Hier entsteht der große Konzertsaal. Noch kann man nur erahnen, wie es einmal aussehen wird. "Wenn alles statisch gesichert ist, fliegen die Wände raus. Dann kann man sehen, wie groß dieser Konzertsaal ist", blickt sie voraus. Am Mauerwerk der freigelegten Wände kann man sehen, dass hier mehrere Gebäude zu unterschiedlicher Zeit aneinander gefügt worden waren. Und obwohl viele trennende Wände verschwinden werden, bleiben am Ende doch zahlreiche Möglichkeiten zur Lagerung von Instrumenten und anderen Sachen, die die Musikschule benötigt. Insgesamt sind es etwa 700 Quadratmeter Nutzfläche, die saniert werden müssen.

"Hier werden die Toiletten entstehen, hier das Zimmer der Schulleitung und dort wird der Fahrstuhl installiert", weiß Antje Bauer zu beschreiben. "Wir sind auch sehr froh, dass die schöne Stuckdecke im kleineren Konzertsaal im ersten Stock erhalten werden kann. Der Raum war durch Wände geteilt. Aber die waren so gebaut, dass beim Abriss keine Schäden an der Decke entstanden sind", hakt Wolfhard Hlady ein, der vor Beginn der Arbeiten mit Naturschützern durch das ganze Haus gegangen ist, um zu prüfen, ob sich im Gebälk womöglich seltene und schützenswerte Tiere versteckt hielten. "Wir haben aber nichts gefunden." Und so konnte losgelegt werden.

Wenn das Haus fertig ist, wird es neben vielen Unterrichtsräumen und zwei Konzertsälen auch eine moderne Erdgas-Heizungsanlage haben. "Die wird so ausgelegt, dass man später vielleicht von hier aus die benachbarte Werkstatt und die Scheune mit beheizen kann. Die dafür notwendigen Rohre liegen bereits", ist von Antje Bauer weiter zu erfahren. Bisher gibt es jedoch für diese beiden Gebäude noch keine Nutzungskonzepte.

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