„Händelirium“ gewinnen
EnviaM-Landesausscheid

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VON UNDINE FREYBERG, 23.06.2013
 
 
Sachsen-Anhalt-Wettbewerb des EnviaM-Musikausscheides wird in Querfurt ausgetragen. Die Sieger kommen aus Halle und Anhalt-Bitterfeld. Der Finalwettbewerb findet im November in Halle statt.

„Händelirium“ beim Preisträgerkonzert in der Burgkirche - Konrad Fritsche, Jorma Marggraf, Albert Kutz und Roland Clausing (v.l.)   QUERFURT/MZ. Der Jubel war groß bei Albert Kutz (Violine), Roland Clausing (Blockflöte), Konrad Fritsche (Violoncello) und Jorma Marggraf (Cembalo) vom Ensemble „Händelirium“. Und der Beifall der Zuhörer in der Querfurter Burgkirche natürlich auch. Schließlich hatten sie gerade die Gewinner des 1. Preises des EnviaM-Landeswettbewerbes „Musik aus den Kommunen“ gehört. Mit ihrer Triosonate in F-Dur von Georg-Friedrich-Händel hatten die vier jungen Musiker vom Händel-Konservatorium die Jury schwer beeindruckt.
„Händelirium“ beim Preisträgerkonzert in der Burgkirche - Konrad Fritsche, Jorma Marggraf, Albert Kutz und Roland Clausing (v.l.) (BILD: MichaEL SETZPFANDT)
 

Einen ganzen Tag lang hatten sich neun Juroren - Vertreter der Deutschen Streicherphilharmonie, des Verbandes deutscher Musikschulen, EnviaM, des MDR und der Querfurter Musikschule - auf der Burg Querfurt insgesamt 14 Ensembles aus ganz Sachsen-Anhalt angehört und in zwei Altersgruppen die Sieger gekürt.

„Wir wollten uns einfach beim Wettbewerb präsentieren, zeigen was wir können“, sagte der 18-jährige Albert der MZ. „Und vielleicht noch ein bisschen Geld verdienen“, flüstert der 15-jährige Konrad schmunzelnd. Warum auch nicht - Instrumente und Zubehör sind teuer, und beim Regionalwettbewerb des Energieversorgers EnviaM gehen die Plätze drei bis eins quasi mit einem Scheck nach Hause.

Die vier Hallenser - ganz in Schwarz, mit blank geputzten Schuhen und beim Spiel hochkonzentriert - spielen erst seit Oktober vergangenen Jahres zusammen und haben bereits den zweiten großen Preis eingeheimst, denn erst zu Pfingsten hatten sie in Erlangen einen 1. Preis im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewonnen. Warum sie alte Musik spielen? „Weil man da beim Spiel unheimlich viele Freiheiten hat und das eine sehr gefühlvolle Musik ist“, erklärt der 15-jährige Jorma, der seit vier Jahren Cembalo spielt. „Und irgendwas muss ja an der Musik dran sein“, scherzt Martina Quaas, die die Vier am Konservatorium in Kammermusik unterrichtet. „Schließlich höre ich das alles schon seit Oktober und finde es immer noch toll.“

Die unterschiedlichsten Musikstücke von Prokofjew über John Lennon, Mozart bis Sammartini wurden am Samstag in den unterschiedlichsten Besetzungen gespielt, zum Teil auf Instrumenten, die man nicht mal eben unter den Arm klemmen kann - wie das Cembalo von „Händelirium“ oder die vier Harfen von Emily Hoppe, Julia Koch, Ida Lindemann und Klara Rohrer von der Musikschule Johann Friedrich Fasch aus Anhalt-Bitterfeld, die sich als Ensemble den Sieg bei den jüngeren Teilnehmern holten.

„Wenn ich heute nicht in der Jury gesessen hätte, hätte ich mich wunderbar unterhalten gefühlt“, lächelt Lutz Stark. Der stellvertretende Chef des Händel-Konservatoriums aus Halle hatte als Vertreter der Landesmusikschulen den Jury-Vorsitz inne und lobte die hohe Qualität der Beiträge. „Allerdings war sich die Jury bei der Preisvergabe trotzdem sehr schnell einig.“

Schüler der Musikschulen des Saalekreises haben nicht am Wettbewerb teilgenommen. „Wir hätten gern ein Doppelquartett mit doppelt besetzten Stimmen ins Rennen geschickt“, sagte Johanna Zanke vom ausrichtenden Förderverein der Musikschule Querfurt. „Allerdings erlaubte die Ausschreibung nur jeweils eine Stimme und wir wollten die Kinder nicht auseinanderreißen.“ So seien aber auch die drei Vertreter ihrer Musikschule völlig unbefangen gewesen. „und wir sind dann im nächsten Jahr dabei“, verspricht Zanke, die von den Teilnehmer, Eltern und Juroren viel Lob nicht nur für die perfekte und liebevolle Organisation, sondern auch für die Ausstattung der Querfurter Musikschule bekam.

„Händelirium“ werden übrigens im November beim EnviaM-Finalwettbewerb in Halle spielen, wo sie gegen die Sieger aus Brandenburg und Sachsen antreten.

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